INQA-Coaching hilft Unternehmen

INQA-Coaching hilft Unternehmen, ihre Stärken zu nutzen und neue Wege zu gehen

Im Rahmen des monatlichen Treffens in Dortmund, dem Digital-Valley, wo wir unternehmerische Herausforderungen intensiv besprechen, kam ich mit Oliver Schuster über das INQA-Programm ins Gespräch. Daraus entstand ein sehr interessantes INQA-Coaching Interview, das ich hier komplett aufgelistet habe. Ich wünsche viel Vergnügen beim Lesen.

Interview mit Oliver Schuster zum INQA-Coaching

 

Igor Adolph: Herr Schuster, wie lange wird das INQA-Programm voraussichtlich noch gefördert?

Oliver Schuster: Das INQA-Programm wird derzeit durch den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert. Die genaue Dauer der Förderung hängt von den politischen Rahmenbedingungen und den verfügbaren Mitteln ab, aber es wird erwartet, dass das Programm zumindest bis zum Ende der aktuellen Förderperiode 2027 fortgesetzt wird.

Igor Adolph: Welche wesentlichen Änderungen und Neuerungen bringt das INQA-Projekt 2023 mit sich?

Oliver Schuster: Im Jahr 2023 hat das INQA-Projekt mehrere Neuerungen eingeführt. Dazu gehören erweiterte Fördermöglichkeiten für die digitale Transformation, verbesserte Coaching-Methoden und zusätzliche Unterstützung für die Implementierung nachhaltiger Geschäftsmodelle. Diese Änderungen zielen darauf ab, die Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz der KMUs zu stärken.

Igor Adolph: Wie bildet sich ein INQA-Coach weiter und welche Qualifikationen sind erforderlich?

Oliver Schuster: Ein INQA-Coach durchläuft eine umfassende Ausbildung, die Schulungen in den Bereichen Veränderungsmanagement, digitale Transformation und nachhaltige Unternehmensführung umfasst. Zudem sind regelmäßige Weiterbildungen und Re-Autorisierungen erforderlich, um sicherzustellen, dass die Coaches stets auf dem neuesten Stand der Methodik und Praxis sind.

INQA-Coaching für KMUs

Igor Adolph: Welche spezifischen Vorteile bietet das INQA-Coaching für kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs)?

Oliver Schuster: Das INQA-Coaching bietet KMUs maßgeschneiderte Lösungen für ihre spezifischen Herausforderungen. Dazu gehören die Optimierung von Arbeitsprozessen, die Förderung der Mitarbeitendenbeteiligung und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Besonders wertvoll ist die finanzielle Unterstützung, die bis zu 80% der Beratungskosten abdeckt, was die Umsetzung vieler Projekte erst möglich macht.

Igor Adolph: Können Sie ein konkretes Erfolgsbeispiel eines Unternehmens nennen, das vom INQA-Coaching profitiert hat?

Oliver Schuster: Ein mittelständisches Fertigungsunternehmen konnte durch das INQA-Coaching seine Produktivität signifikant steigern. Nach der Analyse der internen Prozesse und der Stärken der Mitarbeitenden entwickelten wir gemeinsam neue Geschäftsmodelle und verbesserten die Arbeitsorganisation. Dies führte zu einer erhöhten Effizienz und einer verbesserten Arbeitsatmosphäre.

Igor Adolph: Wie unterstützt INQA Unternehmen bei der digitalen Transformation und welche Rolle spielt dabei das Coaching?

Oliver Schuster: Das INQA-Coaching unterstützt Unternehmen bei der Einführung digitaler Technologien und Prozesse. Dabei spielt das Coaching eine zentrale Rolle, indem es Unternehmen hilft, die richtigen digitalen Werkzeuge auszuwählen und zu implementieren, sowie die Mitarbeitenden durch Schulungen auf die neuen Anforderungen vorzubereiten.

Digitalisierung und Fachkräftemangel

 

Igor Adolph: Welche Herausforderungen sehen Sie aktuell für KMUs und wie hilft ihnen INQA, diese zu meistern?

Oliver Schuster: Aktuell stehen KMUs vor Herausforderungen wie der Digitalisierung, dem Fachkräftemangel und der Anpassung an neue Marktanforderungen. INQA hilft ihnen durch gezielte Beratung und Coaching, diese Herausforderungen zu bewältigen, indem es ihnen Werkzeuge und Methoden zur Verfügung stellt, um flexibler und widerstandsfähiger zu werden.
Igor Adolph: Inwiefern trägt das INQA-Coaching zur Verbesserung der Work-Life-Balance der Mitarbeiter bei?

Oliver Schuster: INQA-Coaching legt großen Wert auf die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und die Förderung einer gesunden Work-Life-Balance. Dies wird durch flexible Arbeitszeitmodelle, die Einführung von Telearbeit und die Förderung eines unterstützenden Arbeitsumfeldes erreicht, was wiederum die Zufriedenheit und Produktivität der Mitarbeitenden steigert.

Igor Adolph: Wie werden die individuellen Bedürfnisse und Besonderheiten der Unternehmen im INQA-Coaching berücksichtigt?

Oliver Schuster: Im INQA-Coaching steht die Individualität jedes Unternehmens im Mittelpunkt. Durch eine detaillierte Analyse der spezifischen Bedürfnisse und Herausforderungen wird ein maßgeschneiderter Coaching-Plan entwickelt, der auf die Besonderheiten des Unternehmens eingeht und praxisnahe Lösungen bietet.

Igor Adolph: Was sind die ersten Schritte, die ein Unternehmen unternehmen sollte, um vom INQA-Coaching zu profitieren?

Oliver Schuster: Der erste Schritt ist die Kontaktaufnahme mit einer regionalen INQA-Beratungsstelle, um ein umfassendes Erstberatungsgespräch zu führen. Nach der Erfüllung der Bedingungen erhält das Unternehmen einen INQA-Coaching-Scheck, der zur Teilnahme am Programm berechtigt. Daraufhin beginnt die eigentliche Coaching-Phase.

Igor Adolph: Wie messen Sie den Erfolg des INQA-Coachings in den Unternehmen?

Oliver Schuster: Der Erfolg des INQA-Coachings wird anhand verschiedener Kriterien gemessen, darunter die Steigerung der Produktivität, die Zufriedenheit der Mitarbeitenden, die Implementierung neuer Prozesse und die Nachhaltigkeit der erzielten Verbesserungen. Regelmäßige Evaluationsgespräche und Feedback-Runden helfen dabei, den Fortschritt zu überwachen und die Maßnahmen anzupassen.

Mitarbeiterbeteiligung

 

Igor Adolph: Welche Rolle spielt die Mitarbeiterbeteiligung beim INQA-Prozess und warum ist sie so wichtig?

Oliver Schuster: Die Mitarbeiterbeteiligung ist entscheidend für den Erfolg des INQA-Prozesses, da die Mitarbeitenden die internen Abläufe und Herausforderungen am besten kennen. Durch ihre Einbeziehung in den Veränderungsprozess können wertvolle Einblicke und Ideen gewonnen werden, die zur erfolgreichen Umsetzung beitragen und die Akzeptanz der Maßnahmen erhöhen.

Igor Adolph: Wie unterstützt INQA Unternehmen bei der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und Einnahmequellen?

Oliver Schuster: INQA unterstützt Unternehmen bei der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, indem es innovative Ansätze fördert und bei der Umsetzung hilft. Dies umfasst Marktanalysen, die Identifizierung von Chancen und die Implementierung neuer Geschäftsstrategien, die auf den vorhandenen Stärken der Unternehmen aufbauen.

Igor Adolph: Welche weiteren Projekte oder Initiativen plant INQA zur Unterstützung von KMUs in der Zukunft?

Oliver Schuster: INQA plant, seine Unterstützung für KMUs weiter auszubauen, insbesondere durch Projekte zur Förderung der digitalen Transformation und Nachhaltigkeit. Dazu gehören Initiativen zur Weiterbildung von Mitarbeitenden, zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, die den aktuellen Marktanforderungen gerecht werden.

Ziele des INQA-Coaching

Igor Adolph: Welche langfristigen Ziele verfolgt INQA, um die Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit von KMUs zu stärken?

Oliver Schuster: Langfristig zielt INQA darauf ab, die Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit von KMUs zu stärken, indem es sie bei der Anpassung an die digitalen und ökologischen Anforderungen der Zukunft unterstützt. Dies umfasst die Förderung innovativer Technologien, nachhaltiger Geschäftsmodelle und einer inklusiven und gerechten Arbeitsumgebung.

Igor Adolph: Wie genau läuft der Förderungsprozess für Unternehmen ab, die am INQA-Coaching teilnehmen möchten?

Oliver Schuster: Der Förderungsprozess beginnt mit einem Erstberatungsgespräch, bei dem die spezifischen Bedürfnisse und Herausforderungen des Unternehmens analysiert werden. Nach der Erfüllung der Förderkriterien erhält das Unternehmen einen INQA-Coaching-Scheck. Die eigentliche Coaching-Phase beinhaltet bis zu 12 Beratungstage, die bis zu 80% gefördert werden.

Igor Adolph: Welche Voraussetzungen müssen Unternehmen erfüllen, um die staatliche Förderung für INQA zu erhalten?

Oliver Schuster: Unternehmen müssen bestimmte Kriterien erfüllen, um die staatliche Förderung zu erhalten. Dazu gehören die Unternehmensgröße (KMUs mit bis zu 249 Mitarbeitenden), der Nachweis eines konkreten Beratungsbedarfs und die Bereitschaft, die erarbeiteten Maßnahmen nachhaltig umzusetzen.

Fördersumme

 

Igor Adolph: Wie lange dauert es in der Regel, bis ein Unternehmen die 80% der Fördersumme zurückerstattet bekommt?

Oliver Schuster: Nach Abschluss des Coachings hat das Unternehmen einen Monat Zeit, die Belege zur Kostenerstattung über das Förderportal Z-EU-S der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (DRV KBS) einzureichen. In der Regel dauert es sechs bis acht Wochen, bis die Fördersumme zurückerstattet wird.

Igor Adolph: Gibt es eine maximale Fördersumme pro Unternehmen, und wenn ja, wie hoch ist diese?

Oliver Schuster: Ja, die maximale Fördersumme pro Unternehmen beträgt in der Regel 11.520 Euro. Dies entspricht der Förderung von bis zu 12 Beratungstagen à 1.200 Euro, wovon 80% gefördert werden.

Igor Adolph: Welche Dokumente oder Nachweise müssen Unternehmen einreichen, um die Förderung erfolgreich zu beantragen?

Oliver Schuster: Unternehmen müssen verschiedene Dokumente und Nachweise einreichen, darunter den INQA-Coaching-Scheck, einen detaillierten Beratungsbericht, Rechnungen und Zahlungsnachweise. Diese Dokumente werden über das Förderportal Z-EU-S eingereicht und geprüft.

Igor Adolph: Herr Schuster, vielen Dank für das Gespräch. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg bei Ihrer Arbeit.

Oliver Schuster: Vielen Dank, Herr Adolph. Es war mir eine Freude, mit Ihnen zu sprechen.

Interview geführt von Igor Adolph für etrado.de

Bildnachweis: Anke Sundermeier

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  1. […] Würde er überhaupt als Experte dem Anspruch des Buches genügen? Im Rahmen eines beruflichen Coachings entdeckte er allerdings wenig später seine eigene Leidenschaft für das Schreiben und für die […]

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