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KGV KBV und RSI

Bewertung von Börsenkursen: KGV, KBV und RSI

Wer an der Börse handelt, benötigt Anhaltspunkte, um die Kursentwicklung eines Assets (Anlagewertes) zu beurteilen. Diese Anhaltspunkte liefern Kennzahlen des fundamentalen und charttechnischen Handels, von denen wir uns drei ausgewählte anschauen möchten.

Was ist fundamentaler und charttechnischer Handel?

Es gibt beim Handel an der Börse zwei grundsätzliche Sichtweisen:

  • Fundamentaler Handel richtet sich nach der börslichen Bewertung von Assets im Verhältnis zu ihrem Potenzial. Diese Sichtweise stammt prioritär aus dem Aktienhandel. Sie eignet sich auf jeden Fall für langfristig orientierte Investoren, von denen einige wie die Urgesteine Warren Buffett und George Soros auf diese Weise Milliardäre wurden. Sie gehen davon aus, dass sich an bestimmten Kennzahlen wie unseren Beispielen KGV und KBV (es gibt noch wesentlich mehr) ablesen lässt, ob ein an sich erfolgreiches Unternehmen an der Börse eher über- oder unterbewertet ist. Dann kaufen diese Investoren grundsätzlich eher unterbewertete Aktien, weil sie davon ausgehen, dass deren Potenzial noch nicht vollständig eingepreist ist und der Aktienkurs daher in Zukunft steigen dürfte.
  • Der charttechnische Handel – landläufig als Trading bezeichnet – beachtet die fundamentalen Kennzahlen praktisch gar nicht. Er nutzt das charttechnische Bild und zusätzlich bestimmte Indikatoren wie den unten beschriebenen RSI (wiederum gibt es wesentlich mehr), um eine mögliche Kursentwicklung zu prognostizieren. Charttechnisch orientierte Trader gehen davon aus, dass ihnen niemals alle fundamentalen Informationen in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen und/oder sie nicht die Zeit haben, diese zu bewerten. Diese Betrachtungsweise eignet sich unter anderem für das Daytrading und für volatile Assets wie Gold, Indizes oder Währungspaare.

Fundamentales vs. charttechnisches Trading: Wie groß ist der Widerspruch wirklich?

Zunächst einmal stehen sich diese beiden Betrachtungsweisen diametral gegenüber. So behaupten Anhänger des fundamentalen Handels, dass der Markt „gerecht“ reagiert. Daraus schließen sie, dass das Potenzial eines unterbewerteten Assets von der Mehrheit der Anleger im Laufe der Zeit erkannt wird, weshalb sie in das Asset investieren, was folglich dessen Wert steigen lässt. Da Buffett, Soros & Co. mit dieser Betrachtungsweise vielfache Milliardäre wurden, scheint sie ihre Berechtigung zu haben. Charttechnisch orientierte Trader verweisen hingegen gern auf den Herdeneffekt, der dazu führt, dass immer mehr Anleger bei steigenden Kursen zugreifen, aber sich noch mehr bei schlechten Nachrichten panikartig aus ihren Anlagen zurückziehen, was einen Crash verursacht („Lemminge stürzen über die Klippe“). Die Wahrheit ist: Beides stimmt. Wie im gewöhnlichen Leben verhalten sich Menschen auch an der Börse vielfach und über lange Strecken rational wie die fundamentalen Investoren. Manchmal geraten sie aber auch in (unbegründete) Euphorie oder Panik und lösen damit ein starkes Momentum aus, das charttechnisch orientierte Trader gern nutzen. Beides ist einzukalkulieren. Daher verknüpfen moderne Trader der 2020er-Jahre beide Betrachtungsweisen miteinander.

Fundamentales Trading: KGV und KBV

Das KGV und das KBV sind die beiden fundamentalen Kennzahlen, die am häufigsten zitiert werden. Das passiert natürlich wegen ihrer Bedeutung, aber auch aus Tradition. Wir dürfen an dieser Stelle darauf hinweisen, dass es wie vorn erwähnt noch viel mehr solcher Kennzahlen gibt, die teilweise, nämlich branchenabhängig, wichtiger sein könnten als das KGV und das KBV. Daher sollten langfristig orientierte Anleger niemals nur nach KGV und KBV oder gar nur nach KGV (ein beliebter Irrtum) handeln. Das würden etwa Buffett und Soros niemals machen. Wer fundamental handeln möchte, muss sich den ganzen Instrumentenkasten der fundamentalen Kennzahlen anschauen, zu denen beispielsweise auch die Dividendenrendite, das KCV (Kurs-Cashflow-Verhältnis), das KUV (Kurs-Umsatz-Verhältnis), die GKR (Gesamtkapitalrendite), die EKQ (Eigenkapitalquote) und das Market-to-revenue (Markt-Umsatz-Relation) gehören.

Nun zu unseren beiden fundamentalen KGV und KBV:

  • KGV: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis setzt den Kurs von Aktien ins Verhältnis zum Gewinn pro Aktie. Wenn Letzterer bei niedrigem Börsenkurs hoch ausfällt, gilt die Aktie als unterbewertet. Das bedeutet: Ein niedriges KGV verweist daher grundsätzlich auf eine Kaufgelegenheit für diese Aktie. Dennoch ist das KGV wie schon vorn erwähnt nicht der alleinige und allgemeingültige Indikator für die faire Bepreisung einer Aktie. Seine Einschätzung hängt unter anderem von der Branche ab. So weisen beispielsweise Versorgeraktien häufig gegenüber Tech-Aktien ein niedrigeres KGV auf. Die derzeit führenden Tech-Aktien wie Amazon, Apple und Alphabet zeichnen sich durch enorm hohe KGVs aus, was sogar seit 2021 zu einer gewissen Kaufzurückhaltung bei diesen Assets geführt hat. Wer also mit dem KGV operiert, sollte branchenübergreifend denken. Auch gilt es, das KGV über mehrere Jahre zu betrachten. Selbst Regionen spielen für die Bewertung des KGV eine Rolle: Asiatische Aktien haben häufig wegen der dortigen Investitionsfreude von Privatanlegern ein vergleichsweise hohes KGV. Dieses hat übrigens als Kehrwert die Gewinnrendite, die ähnlich wie die Verzinsung einer Anleihe zu bewerten ist.
  • KBV: Das Kurs-Buchwert-Verhältnis setzt den per Unternehmensbilanz ausgewiesenen Wert aller Vermögensgegenständen und Verbindlichkeiten des Unternehmens in Relation zum Aktienkurs. Auch hier gilt ein niedriges KBV als Kaufgelegenheit. Allerdings ist dieser Wert noch vorsichtiger als das KGV zu betrachten, denn Unternehmen mit hohem Grundstücks- und Immobilienbestand haben naturgemäß einen hohen Vermögenswert, der nicht unbedingt etwas mit ihrem operativen oder auch strategischen Gewinn zu tun hat. Auch basiert das KBV nur auf bilanziell ausgewiesenen Buchwerten. Stille Lasten und Reserven werden nicht berücksichtigt. Für das KBV gilt der Wert von 1,0 als faire Bepreisung, alles darunter als günstig und alles darüber als möglicherweise überteuert.

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Charttechnisches Trading: RSI

Der RSI ist einer von sehr vielen Indikatoren (deutlich über 100, allerdings mit Redundanz) für die Beurteilung eines Charts. Er kann hier in der Tat nur beispielgebend genannt werden. Es gibt Indikatoren für die Trendanalyse, das Momentum, das Verhältnis von Handelsvolumen und Kursentwicklung und noch für viele Aspekte mehr, die ein Chart aufweist. Mit charttechnischen Indikatoren lässt sich im Gegensatz zu den fundamentalen Kennzahlen, die sich explizit auf Aktien beziehen, jedes Asset betrachten, also auch Indizes, Rohstoffe und Währungen inklusive Kryptowährungen. Wiederum sei darauf verwiesen, dass es nicht möglich ist, mit charttechnischen Indikatoren eine völlig sichere Prognose zur Kursentwicklung zu erstellen. Sie sind ein Hilfsmittel. Wer real tradet, muss immer damit rechnen, dass alle Wahrscheinlichkeiten versagen. Daher gehört zum erfolgreichen Handel ein striktes Risiko- und Money-Management. Nun zum RSI: Das Kürzel steht für „Relative Strength Index“ (Index der relativen Stärke eines Kurses). J. Wallace Wilder entwickelte den RSI schon 1978 und brachte ihn in eine einfache Formel:

  • 100 – 100/(1+RS) = RSI
  • RS: Quotient aus durchschnittlichen Auf- und Abwärtsveränderungen

Der RSI wird immer für einen bestimmten Zeitraum berechnet. Wilder legte Tage bis Wochen zugrunde, weil er das Positionstrading betrachtete. Das Daytrading war damals noch wenig entwickelt. Es gab weder so schnelle Computer noch ein für jedermann zugängliches Online-Trading noch zuverlässige Datenstreams in Echtzeit, die wir heute nutzen. Daher ist die Anwendung des RSI auch heute eher für das Positionstrading über Wochen, Monate und Jahre zu empfehlen. Dann kann er in stabilen Trends durchaus funktionieren. Abgesehen von der mathematischen Darstellung, die sich aus der Formel ergibt (es entstehen theoretisch Zahlen zwischen 0 und 100) und die Wilder wegen der leichteren Verständlichkeit entwickelt hat, stellt der RSI dar, mit welcher Stärke ein Kurs auf- oder abwärts tendiert. Die Stärke sollte gesund sein, was ein RSI von etwa 70 bis 80 anzeigt. Ein zu schwacher RSI unter 30 verweist auf eine beginnende Abwärtsbewegung, zwischen 30 und 70 deutet sich eine Seitwärtsbewegung an. Ein zu starker RSI über 85 kann sogar schädlich sein, denn dieser gilt als Anzeichen für eine Überhitzung. Investoren können also aus dem RSI ablesen, ob sich ein Trend „gesund“ entwickelt und sich daher der Einstieg lohnt.

 

Liste mit einigen willkürlich ausgewählten Aktientiteln mit einem KBV um 1:

Diese Liste dient ausschließlich der Information und stellt keine Handelsempfehlung hinsichtlich des Kaufs oder Verkaufs der Wertpapiere dar.
2 Kommentare
  1. Mark
    Mark sagte:

    „Fast alle nachhaltigen Fonds sind Mogelpackungen“. Das Kürzel ESG steht für Umweltschutz, Sozialverträglichkeit und gute Unternehmensführung. Mit einem neuen eigenen Produkt will Fondsmanager Greiner eine weit bessere Nachhaltigkeitsquote von 95 Prozent bieten. Wenn regulatorisch alles glattläuft, will Wiwin im April damit an den Markt gehen.

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  1. […] [Stand Mai 2021] Derzeit hat die Aktie von Aker Carbon Capture AS (WKN: A2QBSN) noch keinen messbaren KGV, KBV. […]

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