In Kryptowährungen investieren

In Kryptowährungen zu investieren birgt Risiken

Kryptowährungen erleben seit einigen Jahren einen gigantischen Boom. Die erste erfolgreich platzierte Kryptowährung war 2009 der Bitcoin, zuvor hatte es schon andere (sehr wenige und gescheiterte) Ansätze für digitales Geld gegeben. Der Bitcoin wurde erfolgreich aufgrund der neu eingeführten Blockchain-Technologie, die Datensätze (Blöcke) miteinander so verkettet (chain = Kette), dass eine nicht logische Fortsetzung der Kette sofort erkennbar wird und daher ein Hackerangriff auf eine Blockchain an sich nicht gelingen kann. Allerdings wurden Kryptowährungsplattformen, die das Geld ihrer Kunden verwalten, durchaus schon Opfer von Hackerangriffen, die jedoch nicht die Blockchain selbst knackten, sondern die digitalen Aufbewahrungsorte für das Kryptogeld.

Generelles zu Kryptowährungen


Mit Stand Mai 2021 gibt es rund 9.700 Kryptowährungen. Ihre gesamte Marktkapitalisierung beträgt etwa 2,4 Billionen US-Dollar. Zum Vergleich: Das deutsche BIP lag 2020 bei nominal 3,8 Billionen US-Dollar. Die Kapitalisierung aller Kryptowährungen ist also in Relation zum gesamten (weltweiten) Geldumlauf nicht sehr hoch. Nichtsdestotrotz werden sie von einigen Händlern schon als Zahlungsmittel akzeptiert, wobei die Akzeptanz durchaus schwankt und die Händler selbst – so die Vertriebsabteilung des Autobauers Tesla – Kryptowährungen mal als Zahlungsmittel akzeptieren und etwas später auch wieder nicht. Zwar sind die Fans von Kryptowährungen davon überzeugt, dass diese früher oder später das sogenannte FIAT-Geld (klassische, gesetzlich abgesicherte Währungen, von lateinisch fiat = „Es geschehe!“) ablösen werden, doch Zentralbanken und unabhängige Experten bezweifeln das gegenwärtig: Kryptowährungen schwanken einfach viel zu sehr im Wert. Zum Vergleich: Der Euro schwankte gegen den Dollar in den letzten drei Jahren um ~14 %, der Bitcoin gegen den Dollar hingegen um ~1.500 %. Wer will das aushalten? Das wäre in etwa dasselbe, als wenn das eigene Haus mal 200.000 Euro, dann drei Millionen Euro und dann wieder 13.000 Euro wert wäre.

 

Woher kommen die Kurssprünge bei Bitcoin & Co.?

Die Kurssprünge sind wirklich gigantisch. Der Bitcoin, der am 16. Mai 2021 mit ~48.800 Dollar (für einen einzigen Bitcoin) gehandelt wird, war zum Zeitpunkt seiner ersten Emission nur wenige Cent wert. Es gibt wiederum starke Fans, die ihm einen Wert von einer halben Million US-Dollar zutrauen, also nochmals eine Kurssteigerung auf das Zehnfache – vom gegenwärtigen Punkt aus betrachtet. Diese Enthusiasten verweisen darauf, dass die durch Rechenoperationen geschürften Kryptowährungen vielfach allein aufgrund der verwendeten Blockchain-Technologie eine natürliche Mengenbegrenzung haben. Beim Bitcoin etwa sind das knapp 21 Millionen, von denen im Mai 2021 schon 80 % geschürft wurden. Der Bitcoin wäre allein aufgrund dieses Wissens um seine Mengenbegrenzung wertvoller als Gold und alle anderen Edelmetalle oder auch Diamanten & Co., denn deren Mengenbegrenzung kennen wir nicht. Niemand weiß, wo es in der Erdkruste noch irgendwo Gold gibt, ob es sich vielleicht irgendwann mit einem vertretbaren Aufwand aus dem Meerwasser gewinnen lässt (dieses enthält Spuren von Gold) oder ob wir es nicht vielleicht demnächst in riesigen Mengen auf dem Mond oder Mars finden.

Goldpreis

Daher könnte der Goldpreis auch einmal stark fallen, wenn es viel mehr Gold geben sollte, als wir heute glauben. Das ist schon einmal geschehen, nämlich nach der Entdeckung Südamerikas und des Inka- und Aztekengoldes im späten 15. Jahrhundert. Beim Bitcoin ist dieses Szenario ausgeschlossen, die Mengebegrenzung steht fest. Doch es gibt schließlich jede Menge anderer Kryptowährungen, darunter auch welche ohne Mengenbegrenzung. Es gibt zweitens nicht nur die Blockchaintechnologie für das Minen von Kryptowährungen, sondern beispielsweise auch den Directed Acyclic Graph (DAG), auf dem unter anderem die für technische Zwecke stark genutzte Kryptowährung IOTA basiert. Vielleicht kommen ja noch mehr Technologien hinzu.

Das bedeutet: Wenn die Bitcoins knapp werden, könnten andere Kryptowährungen als probatere Zahlungsmittel eingesetzt werden. Dann würde die Nachfrage nach Bitcoins sinken, was ihren Kurs purzeln lassen könnte. Vielleicht stabilisiert er sich auf irgendeinem hohen Niveau und erlangt dann den Status eines Exoten, wie ihn heute beispielsweise farbige Diamanten haben. Diese sind sehr selten, doch sie steigen nicht uferlos im Wert. Kurz und knapp zusammengefasst: Hüten Sie sich vor Euphorie, wenn es um Kryptowährungen geht. Diese ist bei der Betrachtung von Kursentwicklungen niemals angebracht.

Warum sollte man dennoch in Kryptowährungen investieren?

Kryptowährungen haben prinzipiell drei Funktionen:

  • #1: Man kann mit ihnen bezahlen. Es gibt Orte im Darknet, an denen nur Bitcoins akzeptiert werden. Wir wollen hier niemanden auffordern, im Darknett illegale Dinge zu kaufen, doch manchmal kaufen dort auch Dissidenten Informationen und Kontakte. Sie leben im Iran oder China und brauchen das Darknet sowie Bitcoins. Dass manche Händler wie Tesla gelegentlich Bitcoins akzeptieren, ist ein Gimmick, aber warum nicht. Auch Amazon hat vor einigen Jahren schon mit dem Gedanken gespielt.
  • #2: Kryptowährungen sind Spekulationsobjekte. Es ist Unfug, die Spekulation zu verteufeln. Sie gehört zum menschlichen Wesen und wird in freien Marktwirtschaften vollkommen zu Recht gesetzlich geschützt. Wir alle spekulieren, und zwar fast täglich – wenn wir zum Beispiel überlegen, in welchem Supermarkt es Sonderangebote gibt. Misstrauen Sie jedem, der die Spekulation verteufelt. Das ist üble Heuchelei. Spekulieren Sie ruhig mit Kryptos oder auch mit Derivaten auf Gold, Öl oder den Dax. Das ist Ihr gutes Recht. Es ist schwer genug, damit erfolgreich zu sein, denn es besteht immer die Gefahr, dass Sie einen Totalverlust erleiden. Kryptowährungen eignen sich deshalb nicht für alle Investoren, auch unterliegt das Trading von Kryptowährungen keinerlei Aufsicht durch die EU-Regulierungsbehörden. Bitte nur Geld in die Hand nehmen das man auch wirklich entbehren kann.
  • #3: Kryptowährungen sind von Zentralbanken unabhängig. Sie existieren in dezentralen Netzwerken, allerdings (aufgepasst!) nicht durchweg. Der Ripple etwa wird durch das Ripple Lab. stark kontrolliert. Das gibt es noch bei weiteren Kryptowährungen. Doch es gibt auch genügend wirklich nur dezentral existierende Kryptowährungen, der Bitcoin gehört dazu. Wer nun den Zentralbanken misstraut, wofür es durchaus gute Gründe gibt, wird sich immer freuen, wenn er einige Kryptos im digitalen Wallet hat.

Wie investiert man in Kryptowährungen?

Sie melden sich auf einer Kryptowährungsbörse an und können dann wahlweise mit FIAT-Geld (Euro, Dollar etc.) oder mit einer Kryptowährung, die Sie schon besitzen, eine auf dieser Börse angebotene Kryptowährung zum aktuellen Kurs kaufen. Achtung: Der Kryptowährungsmarkt funktioniert im Gegensatz zu den konventionellen Börsen 24/7/365, also rund um die Uhr. Kursschwankungen gibt es auch am Sonntag, auch am ersten Weihnachtsfeiertag und auch in der Nacht von Samstag zu Sonntag. Wenn Sie die Kryptowährung kaufen, haben Sie die prinzipielle Wahl zwischen drei Aufbewahrungsmöglichkeiten:

  • #1: in einem von der Währungsbörse zur Verfügung gestellten Wallet (im Prinzip einer Cloud), wobei die Gefahr eines Diebstahls durch einen Hackerangriff besteht
  • #2: in einem digitalen Wallet auf Ihrem Rechner oder Smartphone, bei dem dieselbe Gefahr besteht
  • #3: in einem Offline-Wallet in Form eines USB-Sticks, den Sie nur zum Zweck einer Transaktion mit dem Internet verbinden

#3 ist mit Abstand die sicherste Variante. Es gibt sogar Möglichkeiten, sich den Code des eigenen Kryptogeldes auf Papier auszudrucken (zum Beispiel als QR-Code) und das Papier in den Tresor zu legen. Denken Sie daran, dass Sie sich immer, wenn Sie Ihr Kryptogeld wieder ins Internet geben, vor einem Hackerangriff schützen müssen.

 

7 Kommentare
  1. Julian
    Julian sagte:

    Bitcoin-Anlegerinnen und -Anleger haben schwere Tage hinter sich. Am Mittwoch brach der Kurs um zeitweise 30 Prozent ein, Hunderte Milliarden Dollar verpufften, nachdem China strengere Regulierung angekündigt hatte. Vergangene Woche erst hatte Tesla-Chef Elon Musk durch einen Tweet den Bitcoin-Kurs fallen lassen. Trotz der enormen Schwankungen sind die Anhänger der Kryptowährung überzeugt, dass die Technologie eine Zukunft hat.

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  2. Werner
    Werner sagte:

    Die Zukunft des Bitcoins ist nicht kryptisch. Der Bitcoin hat innert weniger Tage fast die Hälfte seines Wertes verloren. Das schürt wieder Gerüchte um das Ende dieses vermeintlichen «Schneeballsystems». Doch wir sollten uns darauf konzentrieren, was der Bitcoin liefern kann – eine Währung wird er auch in Zukunft nicht mehr werden.

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  3. Andreas
    Andreas sagte:

    Auf China entfallen etwa 65 Prozent des weltweiten Bitcoin-Minings. Wegen der günstigen Energie kommt die Innere Mongolei weltweit auf einen Anteil von knapp acht Prozent und übertrifft damit die USA. Der Regierung in Peking sind Kryptowährungen schon seit 2017 ein Dorn im Auge. Die chinesischen Machthaber fürchten eine Destabilisierung des Finanzsystems

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  4. tony
    tony sagte:

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  5. Hermann
    Hermann sagte:

    Nächster Tiefschlag für alle Zinssparer. Jetzt will die ING, die größte Direktbank in Deutschland, bei einem Kontostand über 50.000 Euro auch Verwahrentgelte. Für Neukunden und auch für Bestandskunden, die so viel Geld auf der hohen Kante haben. Wohin nun mit dem ganzen Geld? Und was ist aus der ING geworden?

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